Als Zeitungsmacher betätigten sich die Jungen und Mädchen der Luther-Kindertagesstätte Bad Steben. Unter dem Motto: „Selbst ist das Kind“ machten sie sich ans Werk und gestalteten eine eigene Zeitung mit dem Titel „Lutherpost“ zum Reformationsjubiläum.

Für die Kleinsten aus der Kinderkrippe wurden dabei die Erzieherinnen zum Sprachrohr. Sie beschrieben die Erlebnisse der Jungen und Mädchen mit den biblischen Geschichten oder der Handpuppe des Reformators und steuerten das entsprechende Bildmaterial bei.

Die Kindergartenkinder wurden auf verschiedenste Weise aktiv. Ein Teil der Jungen und Mädchen stellte Szenen aus Luthers Leben für einen Lebenslauf nach. Von der Geburt bis zur Hochzeit entstanden so lebendige Fotos, die Luthers Lebensstationen ein ungewohntes Gesicht verleihen.

Andere probierten für die Kamera das Schreiben mit Tinte und Feder. Ein mühsames Unterfangen für Kinder, denen eigentlich Buntstifte locker in der Hand liegen. Dabei lernten sie Philipp Melanchthon, Luthers Freund und Berater kennen. Auch er verfasste auf die Weise mehrere tausend Briefe.

In die Fußstapfen einer anderen Berühmtheit durften die Jungen und Mädchen ebenfalls steigen. Sie malten Portraits von Katharina und Martin Luther, so wie einst Lucas Cranach, der große Meister aus Kronach.

Eine Zeitung braucht aber ebenso eine Rezept- und Rateseite. So wurde leckeres Lutherbrot gebacken und in Kleingruppen an Rätseln getüftelt. Wer weiß zum Beispiel, was mit dem Schwanz wedeln kann, weil es einen dicken Bauch hat? In der Lutherpost steht die Auflösung.

Auch ein Urlaubstipp sollte abgedruckt werden. Schnell wurde Wittenberg als Reiseziel auserkoren. Dort lebten Martin Luther und viele seiner Wegbegleiter. Eine Fotomontage macht es möglich, dass sich die Kinder plötzlich neben dem Cranach-Denkmal in der Lutherstadt wiederfinden.

Darüber hinaus war Luthers Wappen, die Lutherrose, ein Thema. Die Kinder entwickelten nach eingehender Betrachtung eigene Wappen, die ihre Lebenswelt widerspiegeln.

Und was wissen die Erwachsenen über Martin Luther? Jetzt war die Zeit für Interviews gekommen. Ausgerüstet mit Fotoapparat und Aufnahmegerät ging es auf Reportertour durch Bad Steben. Viele örtliche Verantwortungsträger machten bereitwillig mit und standen den Kindern Rede und Antwort. Dekan Andreas Maar und Landrat Oliver Bär schickten ebenfalls  Antworten nach Bad Steben.

Einen weiteren Schwerpunkt bei der Gestaltung der Lutherpost setzten die Hortkinder. Sie widmeten sich der Zeit, in der der Reformator und seine Gefährten lebten. Kolumbus, Leonardo da Vinci, Adam Ries, Paracelsus und viele andere fanden Erwähnung. Anders als die Kindergartenkinder, die sich vor allem in Bildform ausdrücken und deren Aussagen von den Erzieherinnen zu Papier gebracht werden müssen, können die Hortkinder ihre Meinungen selbst niederschreiben. Auch diese Berichte fanden ihren Platz in der Lutherpost.

Mit all diesen Bausteinen im Rucksack wurden die Erwachsenen tätig. Sie kümmerten sich um Annoncen zur Finanzierung des Druckwerkes. Beim HCS Medienwerk der Frankenpost ging die Lutherpost in Druck und jetzt schmökern alle begeistert in den fertigen Exemplaren ihrer „selbstgemachten“ Zeitung.